Y-CAMPUS

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„Wer sehen will, muss die Augen schliessen“ — Paul Gauguin

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Yogaformen

Yoga bedeutet vor allem eines: Einheit. Die Methoden, mit denen man diese Einheit erlangen kann, sind jedoch zahlreich. Insgesamt gibt es rund 280 verschieden Yogastile. Einige verlangen das Halten von einfachen, gestützten Positionen in stillen, von Kerzenlicht erhellten Räumen. Andere treiben ihre Schüler bis an die Grenze ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit und werden zum Takt von lauter, rhythmischer Musik geübt.

Nicht alle angebotenen Yogastunden entsprechen jedoch ausschließlich einem einzigen Yogastil. Einige Lehrer unterrichten bewusst vielseitig und vereinigen verschiedene Yoga-Stilrichtungen, um die bestmöglichen Effekte in der Praxis zu erzielen.

Die folgenden Yogastile (in alphabetischer Reihenfolge) haben ihre Wurzeln im Hatha Yoga. Alle beinhalten Asanas, die Schwerpunkte werden aber jeweils anders gesetzt – während manche Stile körperlich sehr anspruchsvoll sind, legen andere mehr Wert auf Meditation.

Die gängigsten Yogastile sind:

Anusara Yoga

Vom Amerikaner John Friend 1997 begründeter Yogastil.
anusara = “Folgen, Nachfolgen” oder “natürlicher Zustand”. Ziel ist eine freudige, eine “dem Herzen folgende” Yogapraxis. Dementsprechend stehen nicht die ausgeführten Asanas im Mittelpunkt, sondern die natürliche Freude, mit der sie ausgeführt werden. John Friend verfügte über langjährige Erfahrung als Iyengar-Yogalehrer und ließ auch Tantra Elemente in seinen Stil einfließen.

Ashtanga Yoga

Der Inder Sri Krishna Pattabhi Jois (geb. 1915) entwickelte eine sehr kraftvolle und dynamische Form des Hatha Yoga. Es werden vorgegebene, sehr fordernde dynamische Reihen im indischen Stil geübt und die einzelnen Asanas oft durch Sprünge miteinander verbunden. Die TeilnehmerInnen werden gelehrt, während des Übens auf eine bestimmte Art zu atmen (Ujjayi-Atmung).

Bikram Yoga

Bikram Yoga wird bei 38 Grad und bis zu 40 Prozent Luftfeuchtigkeit praktiziert. Es besteht aus einer Abfolge von 24 Hatha-Yoga-Übungen (Asanas) und zwei Atemübungen (Pranayama). Diese 26 Übungen wurden aus mehr als 800 Asanas vom indischen Yogameister Bikram Choudhury ausgewählt und zusammengestellt. Es ist ein sportliches und forderndes Yoga und soll die physische Körperkraft, Flexibilität und Balance verbessern und durch Schwitzen den Körper entgiften.

Hatha Yoga

Auf dem Yoga Campus haben wir uns auf Hatha Yoga spezialisiert. Hatha ist ein Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt Sonne (Ha) und Mond (Tha). In dieser Yogapraxis steht die Vereinigung von Körper und Geist im Vordergrund. Eine professioneller Hatha-Yoga Kurs bildet deshalb ein Gleichgewicht aus anstrengender Körperarbeit (Ha) und Entspannung (Tha). Hatha Yoga beinhaltet alle Arten von Asanas (Körperhaltung) und orientiert sich an den Prinzipien von Iyengar Yoga.

Iyengar Yoga

Der Inder B.K.S. Iyengar (sprich: aiyengar) begründete diesen kraftvollen Yogastil. Seine langjährige Beschäftigung mit Ausführung und Wirkung von Körperhaltungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama) führten zu einer weltweiten Verbreitung dieses Stils.
Iyengar Yoga erlaubt auch im Gruppenunterricht einen individuellen Zugang auf die Bedürfnisse der Übenden. Typisch ist die Verwendung von Hilfsmitteln, wie etwa Gurte, Klötze usw. Bei Bedarf werden die Übungen in Zwischenschritte aufgeschlüsselt. Genaue Beobachtung, Anweisung, Korrektur und ein didaktisch gut durchdachter Unterrichtsstil bringen Übende in exakte Positionen.

Jivamukti Yoga

Wurde von der Tänzerin Sharon Gannon und dem Künstler David Life in den 80er Jahren in New York entwickelt. Jivamukti heißt übersetzt soviel wie „die Befreiung der Seele“ und ist eine moderne Form des Hatha Yoga.
Ineinander fließende tänzerische Körperübungen wechseln mit Gesängen und spezieller Atemtechnik. Jivamukti-Yoga verbindet Körperhaltungen (Asanas), Vinyasa (wörtl.: Bewegung, Verbinden, Übungsabfolge), das Studium der yogischen Schriften, Hingabe, Gebet, Musik, Chanten (dem gemeinsamen Singen) und Meditation mit Umweltschutz, Tierrechtsschutz und sozialem Aktivismus und ist eine der am schnellsten wachsenden Yoga-Bewegungen, die die alte Kunst und Wissenschaft des Yoga auf verständliche und pragmatische Art in die heutige Zeit übersetzt. Ziel ist: mentale Stärke und Ausgeglichenheit zu entwickeln. 

 

Kriya Yoga

Eine sehr alte indische Übungsmethode, bestehend aus speziellen Körper- und Atemübungen, Reinigungstechniken, Meditation mit Schwerpunkt auf Geistesschulung. Bekanntester Vertreter war der Inder Paramahamsa Yogananda.

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga beinhaltet Asanas, Mantras, Pranayama und Meditaton (wobei der Schwerpunkt bei der Atmung und dem Singen liegt) um die Kundalinienergie zu wecken und die Chakras zu aktivieren. Es ist besonders für spirituell interessierte Menschen geeignet.
Yogi Bhajan hat Kundalini Yoga im Jahre 1969 in den Westen gebracht.

Luna Yoga

Ein junger, im Westen entstandener Stil, in dem Yoga-Übungsreihen speziell auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind.

Power Yoga

Dieser Yogastil ist inspiriert von Ashtanga Yoga und daher sehr kraftvoll und dynamisch. Power Yoga gehört in die Kategorie Vinyasa Yoga.

Sivananda Yoga

Integrales Yoga. Richtige Körperübung (Asana), richtige Atemung (Pranayama), richtige Entspannung, gesunde Ernährung und positives Denken & Meditation kennzeichnen Sivananda Yoga.
Begründer: Vishnudevananda (er benannte die Yogarichtung nach seinem Lehrer Swami Sivananda)

Tao Yin Yoga

So wird das chinesische Yoga, das ähnliche Elemente wie das indische Hatha Yoga hat, bezeichnet. Beim Tao Yin Yoga werden vor allem die dynamische Beweglichkeit, innere Kraft und Elastizität der Bänder und Sehnen betont. Im Mittelpunkt steht die Atemlenkung, Tiefenentspannung und Stärkung des Bauchbereiches und der Wirbelsäule. Tao Yin (chin. für „beugen und strecken“) bietet die Grundlage für Tai Chi, Qigong und für längere Meditationen.

TriYoga®

TriYoga® wurde von der Amerikanerin Kali Ray begründet. Es verbindet Asanas (Positionen), Pranayama (Atmung) und Handmudras zu fließenden Sequenzen (”Flows”) zur Erweckung der Lebensenergie “Prana”. Der Begriff TriYoga® steht für das Streben nach der Drei-Einheit von Körper, Geist und Seele.

Viniyoga

Viniyoga wurde von Shri Krishnamacharya (1888-1989) und seinem Sohn T.K.V. Desikachar entwickelt. Viniyoga ist ein Sanskritwort und setzt sich aus Niyoga (Verwendung) und der Vorsilbe Vi (steht für “Vife’fa” = besonders) zusammen. Der Begriff Viniyoga hat also die Bedeutung “besondere Verwendung” oder “besondere Anwendung”.
In sorgfältig aufgebauten Übungen wird viel Aufmerksamkeit auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Übenden gerichtet, dabei spielt das richtige, gut abgestimmte Zusammenwirken von Körper und Atem eine große Rolle.

Vinyasa Yoga

Die Wurzeln von Vinyasas Yoga finden sich im traditionellen Ashtanga Vinyasa Yoga und ist somit ein sportlicher Yogastil. Im Vinyasa Yoga werden die statischen Asanas zu Sequenzen verbunden; die fließenden Bewegungen werden mit der Atmung synchronisiert. Es ist sozusagen die kreative Variante zu Ashtanga Yoga, da es keine fixen Serien gibt. Vinyasa Klassen sind unesoterisch und undogmatisch und lassen Raum für die Einzigartigkeit der TeilnehmerInnen.
Vinyasa Yoga wird oft auch Power Yoga genannt.
Vinyasa ist die bewusste Entscheidung, nicht gegen Dinge anzukämpfen, die ohnehin nicht in unserer Hand liegen, damit wir Energie genug haben, all das zu ändern, das wir ändern möchten. Es ist die Fähigkeit, mit dem Auf und Ab auf der Yogamatte und im Alltag zu fließen.
Kurz könnte man Vinyasa Yoga als Meditation in Bewegung beschreiben: die Verbindung von Innen und Außen, von Absicht und Bewegung.